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Ihr Problem mit dem Bier danach

Angie Küng hat gut lachen, aber auch mal mühsam angefangen. Inzwischen ist die Personaltrainerin in Top-Form.

„Fit in die Feiertage – die Personaltrainerin Angie Küng hat den einen oder anderen Tipp und ist selbst das beste Beispiel!“

Sie kann leicht reden. „Du hast nur einen Körper, und der ist dein Kapital“, sagt Angelika Küng, die alle nur Angie nennen. Das klingt einfach fescher, und das entspricht auch besser ihrem Naturell. Dynamisch, gut gelaunt, voller Tatendrang ist die 41-jährige Personaltrainerin – und vor allem in Top-Form. Da gehen Tschakka-Sätze wie der mit dem Kapital natürlich locker über die Lippen. Oder auch dieses „Es ist nie zu spät!“ Aber es stimmt ja offensichtlich, wie Angie Küng beweist.

19 Jahre alt ist die gebürtige Schweizerin, Weltmeisterin im Voltigieren und ein körperliches Wrack, als sie das eine Leben beendet und ein neues beginnt. Die elf Jahre Leistungssport zuvor haben ihr zweifellos großen Spaß gemacht, und auch heute reitet Angie Küng auf dem Pferdehof Röhrsdorf noch regelmäßig – vor gut vier Jahren auch zusammen mit den Dynamo-Fußballern. Der damalige Trainer Matthias Maucksch verordnete ihnen diese besondere Form des Koordinationstrainings.

Inzwischen verzichtet Angie Küng aber auf waghalsige akrobatische Übungen, die neben Titeln und Medaillen auch für Stürze, Knie- und Rückenschmerzen gesorgt haben – und für ein prinzipielles Umdenken. „Kräftigung und Stabilisation gab es damals in den Trainingsplänen nicht. Doch ich musste etwas tun, um mich wieder aufzubauen. So bin ich in die Fitnessbranche reingerutscht“, sagt sie.

Entdeckt vom RB-Leipzig-Berater

Mitte der 1990er-Jahre ist das gewesen, als Boygroups in Fitness-Studios ungefähr so populär sind wie in der Musikbranche. Angie Küng geht den sportlichen Trend mit, orientiert sich allerdings anders. Jedes Jahr macht sie einen neuen Trainerschein sowie diverse Weiterbildungen. Aerobic, Massage, Rückenschule, Spinning, Pilates, … Was es nicht alles gibt.

So richtig beginnt das neue Leben aber erst, als sie Christian Putscher kennenlernt. Der Österreicher, der auch RB Leipzig berät, ist Personaltrainer, Ernährungswissenschaftler und vor allem angetan von Angie Küng, wie sie erzählt: „Er hat in mir ein Talent erkannt und gesagt, ich bringe dir alles bei. Mein ganzes Wissen habe ich ihm zu verdanken.“ Und außerdem den Titel „Miss Fitness Österreich“. 2004 wird sie in Wien gekrönt und steht vorm nächsten Dilemma. „Ich hatte den Drang, mein Wissen auch umsetzen zu wollen“, erzählt Angie Küng. Sie geht als Rennrad-Guide nach Zypern, lernt dort einen Dresdner Architekten kennen – und zieht zu ihm.

Die Anfänge in Dresden gestalten sich schwierig. Der Begriff Personaltrainer ist noch ein Fremdwort und die Zugereiste wie eine Fremde. Trotz der gut eine halbe Million Einwohner fühlt sie sich wie in einem Dorf. „In einem großen Kreis gibt es viele kleine“, sagt sie rückblickend, hat dann aber auch festgestellt: „Wenn du die Dresdner einmal für dich gewonnen hast, kannst du von ihnen alles bekommen.“

Dabei sind es doch die Dresdner, die etwas bekommen sollen. Nämlich ihr geballtes Wissen zum Thema Fitness und allem, was dazugehört. Zehn Jahre ist Angie Küng jetzt im Geschäft. Sie hat sich etabliert und dabei miterlebt, wie vor allem die Laufbegeisterung in der Stadt zunimmt. Genug ist ihr das aber nicht. „Wir müssten noch viel öfter über Bewegung reden“, fordert Angie Küng und meint das nicht zuletzt auch gesamtgesellschaftlich. „Eigentlich“, sagt sie, „verhält sich das ja wie mit dem Zähneputzen für die Zähne. Nur dass Sport eben Prophylaxe für den ganzen Körper ist.“

Das Stichwort Zähneputzen dient zugleich als Steilvorlage für ihr Lieblingsthema: das funktionelle Training. Was man lapidar mit Bauch-Bein-Po-Kurs übersetzen könnte, geht für sie weit darüber hinaus.

Pilates und Yoga hilft auch Männern

„Es geht darum, den Körper von innen stabil und widerstandsfähig zu halten und kann ganz banal mit einbeinigem Zähneputzen anfangen“, betont sie. Eine kleine, aber feine Übung ist das für die kleinen feinen Muskeln und Gelenke.

Wer es anspruchsvoller mag, stellt sich dabei auf eine Handtuchrolle oder die Zehenspitzen. Wem das gefällt und noch mehr Zeit bleibt, macht am besten Pilates oder Yoga oder beides. „Das geht auch mit schwarzen Leggings, nicht nur in Rosa“, sagt Angie Küng in Richtung der Männer, die das Programm gern als Stabilisations- und Dehnungsübung bezeichnen dürfen.

So oder so, es hilft beim Stressabbau, zur Regeneration, für die mentale Fitness und gegen Monotonie. „Nach vier bis sechs Wochen immer gleichen Anforderungen schaltet der Körper ab und der Geist noch viel eher“, erklärt Angie Küng. Umso abwechslungsreicher das Training, desto effektiver ist es. Was außerdem hilft? Die richtige Ernährung.

Noch so ein Punkt, über den die leidenschaftliche Köchin ewig reden könnte. „Spaghetti Carbonara nach dem Sport und dazu zwei Hefeweizen – das passt nicht. Doch auch das ist ein Lernprozess“, sagt sie und vertraut auf den Aha-Effekt. Wer den kleinen Hunger vorm Start mal mit einer Bockwurst bekämpft hat, beim nächsten Mal aber mit Äpfeln und Nüssen, weiß ungefähr, was Angie Küng meint. Schweinefleisch sei zwar am leichtesten erhältlich, aber eben am schlechtesten verträglich. Deshalb hat sie auch mit dem Bierchen danach oder einem Belohnungsglas Wein ein echtes Problem.

Die Schweizerin will nicht missionieren oder den Leuten die kleinen Freuden des Alltags nehmen, Angie Küng versteht sich eher als Ratgeberin – und in dieser Beziehung keinen Spaß. „Man muss die chemischen Prozesse kennen“, sagt sie und erklärt, dass Regeneration, Muskelaufbau und Fettverbrennung in Vollendung nur in der sogenannten Traumschlafphase stattfinden können: „Wenn ich Alkohol getrunken habe, erreiche ich diese Phase höchster körperlicher und seelischer Entspannung aber nie. Stattdessen mache ich mein Training gleich wieder zunichte.“

Mit den Tipps sei das aber so eine Sache. Ein Patentrezept gibt es nicht, bestenfalls Grundregeln: unter anderem täglich zwei bis drei Liter Wasser trinken, Frühstück und Mittag eher kohlenhydrathaltig gestalten, das Abendbrot mehr auf Eiweißbasis und kein Essen zwischen 22 und 6 Uhr. Viel konkreter geht es kaum.

Abnehmen alleine reicht nicht

Denn Lebensmittel sind wie die Trainingsinhalte – die Menschen reagieren unterschiedlich darauf, jeder hat andere Vorlieben. Eines verbindet alle: Der Hauptgrund für sportliche Betätigung ist immer noch der Kampf gegen die Pfunde. „Abnehmen wollen die meisten und die Frauen am liebsten von jetzt auf gleich“, sagt Angie Küng, betont aber: „Über eine Ernährungsumstellung lässt sich viel erreichen, doch was passiert dann mit dem Gewebe?“

Praktischerweise liefert sie die Antwort gleich mit. Die Kombination aus Ernährung und Bewegung führt demnach ans gewünschte Ziel. Beides gehöre zusammen. Und zu spät, das betont sie mit Nachdruck, ist es wirklich nie. Selbst im hohen Alter, das haben auch Studien bewiesen, lässt sich Muskelaufbau betreiben. „Ausreden“, sagt Angie Küng, „gibt es immer, aber kein Limit.“ Noch so ein Tschakka-Satz – und vermutlich nichts als die Wahrheit.

 

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Erfolgreiche Zertifizierung nach TR RESISCAN 03138, Ersetzendes Scannen, vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI)Zertifizierung nach TR RESISCAN 03138, Ersetzendes Scannen,
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